Erster Ausschwärmtag 2020 zum Thema „Artenschutz“

von rechts - Bürgermeister Lübcke, Revierförster Kropla und Burkhard Peters, MdL
Typischer Moortümpel im Behlendorfer Forst
von rechts - Kornelia Mrowitzky, Bündnis 90/ Die Grünen, Bürgermeister Rainer Lübcke, Burkhard Peters, MdL, Revierförster Eckhard Kropla
Teichmolche aus Moortümpeln im Behlendorfer Forst
von rechts - Kora Kiepe, LLUR, Burkhard Peters, MdL, Dr. Heinz Klöser
Grosser, ehemaliger Fischteich in Grambek
Ehemals artenreiches Kleinstmoor bei Hornbek
Thomas Behrends, NABU Schleswig-Holstein und Burkhard Peters

Burkhard Peters, MDL besuchte anlässlich des Tags des Artenschutzes am 02.02.2020 im Rahmen der regelmäßigen 'Ausschwärmtage' der grünen Landtagsfraktion verschiedene Hotspots der Artenvielfalt im Kreisgebiet.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind 34 Flächen mit insgesamt ca. 12.500 ha als FFH Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) ausgewiesen, zusätzlich gibt es 7 Vogelschutzgebiete und über 30 Naturschutzgebiete.

„An unserem Ausschwärmtag wollen wir auf die Bedeutung des Artenschutzes und der biologischen Vielfalt hinweisen und den vielen Akteur*innen und zahlreichen ehrenamtlich im Natur- und Artenschutz tätigen Menschen im Land für ihre wichtige Arbeit danken.“ sagt der Landtagsabgeordnete beim Pressegespräch in der Försterei in Behlendorf.

Im Behlendorfer Forst, der seit 25 Jahren nach den Maßgaben des naturnahen Waldkonzeptes des Lübecker Stadtwaldes bewirtschaftet wird, traf Peters den zuständigen Revierförster, Eckhard Kropla vom Stadtwald Lübeck und Rainer Lübcke, Bürgermeister in Behlendorf.

Biotopbäume und Totholz sowie auffällige Naturverjüngung im Laubmischwald kennzeichnen das Waldgebiet bei Behlendorf. Kropla erläuterte die Besonderheiten des Gebietes, in dem sich durch fortlaufende Wieder-Vernässung Moorwald- und Bruchwaldflächen mit spezieller Vegetation und ausgeprägtem Artenreichtum entwickelt haben. „Es ist eine Freude, in diesem Waldgebiet unterwegs zu sein!“, so Peters vor einem für die Waldpädagogik aufgestellten Aquarium mit Teichmolchen und Gelbrandkäfern - „... die selbstverständlich wieder freigelassen werden“ wie der Revierförster versicherte.

„Bei uns in Schleswig-Holstein gibt es etwa 36.000 Tier- und 19.000 Pflanzenarten. Fast die Hälfte davon ist in ihrer Existenz bedroht und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Der Erhalt spezieller Lebensräume ist essentiell für meisten dieser Arten und die Praxis der naturnahen Waldwirtschaft leistet hier einen wichtigen Beitrag.“ betonte Peters.

An den Grambeker Teichen begrüßte Dr. Heinz Klöser vom Landschaftspflegeverein Grambeker Teiche und Umgebung den Gast aus Kiel. Der 2017 gegründete Verein hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Teichwirtschaft als Grundlage für das Amphibienvorkommen in Grambek - das größte und artenreichste in Schleswig – Holstein, weiter zu betreiben. Gemeinsam mit dem Fischereimeister Michael Bothstede und betreut vom LLUR, Integrierte Station Lauenburgische Landschaften in Mölln wird der Wasserstand reguliert und werden Wege instandgesetzt, um das Gelände als Erholungsgebiet zu entwickeln.„Auch weitere seltene Arten wie z.B. der Rothalstaucher und der Fischotter haben sich in dem 60ha großen Gebiet angesiedelt.“ berichtet Kora Kiepe vom LLUR, die die Besonderheiten des Gebietes bei dem Ortstermin erläuterte.

„Das ehrenamtliche Engagement ist beeindruckend,“ so der Landtagsabgeordnete. „Ohne die Mitwirkung der Ehrenamtlichen vor Ort sind derartige Projekte gar nicht vorstellbar! Dafür bin ich sehr dankbar.“

Der letzte Termin führte an die Kleinstmoore in der Gemeinde Hornbek , die seit 2007 als FFH-Gebiet unter Schutz gestellt wurden. Hier erläuterte Biologe Thomas Behrends, der die Moore für den NABU Schleswig-Holstein begutachtete, die anfänglich vorgefundene, besondere Ausgangssituation und wies auf den massiv verschlechterten Zustand der verschiedenen Moorflächen im Hinblick auf die Biodiversität hin.

„Hier sehen wir, wie innerhalb von 10-15 Jahren seltene Arten verschwinden, wenn wegen fehlender Erhaltungsziele dem Artenschutz nicht ausreichend Rechnung getragen wird. “ bedauerte Burkhard Peters. „Gerade im Hinblick auf Moore ist Artenschutz gleichzeitig Klimaschutz, denn in intakten Mooren werden große Mengen von klimaschädlichem CO² gespeichert; daher setzen wir Grünen uns nachdrücklich für den Schutz von Mooren ein.“

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