PM vom 17.12.12: Grüner Landtagsabgeordneter informiert sich über Zweitsprachen-Klassen

vorne von links Martin Huneke, Susanne Baumann und Burkhard Peters; hinten von links Dr. Volker Schmidt, Andreas Ahrends, Esmat-Sadat Schirarzi, Mirka Lehmann und Regina Thomsen.

 

Mölln. In seiner Eigenschaft als Sprecher für Flüchtlings- und Migrationspolitik besuchte der Landtagsabgeordnete Burkhard Peters (Bündnis 90/Die Grünen) die Till-Eulenspiegel-Grundschule auf dem Möllner Schulberg und informierte sich über den Stand des Projekts „Deutsch als Zweitsprache“. An dem Gespräch mit Rektor Andreas Ahrends und der Lehrerin Susanne Baumann nahmen auch Rektor Dr. Volker Schmidt und Lehrerin Mirka Lehmann von der Gemeinschaftsschule sowie Rektor Martin Huneke und Lehrerin Regina Thomsen von der Astrid-Lindgren-Schule teil, dazu als Initiatorin Esmat-Sadat Schirarzi von der Diakonie-Migrationssozialberatung.

Burkhard Peters: „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Daraus folgt, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht selbstverständlich mit der deutschen Sprache aufwachsen – ihre Muttersprache kann türkisch, arabisch, russisch oder polnisch sein. Um erfolgreich in der Schule mitarbeiten können brauchen sie besondere Hilfestellung beim Erlernen der deutschen Sprache. Vom Erfolg dieses schulischen Angebots hängt die weitere Integration der aus dem Ausland stammenden Kinder wesentlich ab.“

An der Till-Eulenspiegel-Schule sind aktuell zwei Klassen der „Deutsch als Zweitsprache“-Basisstufe (DaZ) für unterschiedliche Altersgruppen eingerichtet, ausschließlich für Kinder ohne Deutschkenntnisse. Seit der Einführung des Schulangebots im Jahr 2011 hat sich die Teilnehmerzahl fast verdoppelt. Zurzeit werden 17 Kinder aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Polen, Rumänien, Serbien, Lettland, Italien, Griechenland, Irak, Iran, Afghanistan, Syrien, Libanon, Philippinen und Pakistan unterrichtet. Darunter sind sowohl Kinder von Asylsuchenden als auch von Eltern aus der EU, die im Rahmen der Niederlassungsfreiheit hier Arbeit gefunden haben. Der Anteil der EU-Migranten – vor allem aus den südlichen EU-Ländern – wird sich in den kommenden Jahren nach Auskunft von Arbeitsmarktexperten erheblich vergrößern.

Nach der Darstellung der Lehrkräfte steht das Fach Deutsch mit dem Schwerpunkt einer zügigen Erweiterung und Anwendung des Wortschatzes an erster Stelle. Aber auch Mathematik, Heimat- und Sachkunde, Musik, Sport und Kunst würden unterrichtet. Viele Kinder müssten in der deutschen Sprache erst alphabetisiert werden, da sie in ihren Heimatländern entweder andere Schriftzeichen oder aber gar keine Schrift erlernt haben. Es würden aber auch lebenspraktische Dinge mit den Kindern geübt, wie z.B. das Einkaufen, Kochen und Backen, Besuche öffentlicher Einrichtungen oder eines Bauernhofes. Ein DaZ-Angebot besteht auch an der Möllner Gemeinschaftsschule mit einem Lernprogramm, das den dort unterrichteten Klassenstufen angepasst ist.

Burkhard Peters: „Ich war bei meinem Besuch sehr davon beeindruckt, mit welcher Kompetenz und vor allem mit welchem Elan und Enthusiasmus sich die Schulen auf dem Schulberg dieser neuen Herausforderung stellen. Die Lehrerinnen und Lehrer begreifen die sprachliche und schulische Integration ihrer neuen ausländischen Schülerinnen und Schüler als Bereicherung des Schullebens und vor allem als Bestandteil einer Willkommenskultur, die es den Kindern enorm erleichtern wird, in ihrer neuen Heimat wirklich anzukommen und aufgenommen zu werden“.

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